Aktueller Zustand des Platzes

Geschichte

Der „Stadtplatz am Kaisersteg“ umfasst insgesamt ca. 14.000 qm und befindet sich am Spreeufer in Berlin-Oberschöneweide, innerhalb eines größeren Areals von alten, meist unrenovierten, heruntergekommenen – häufig denkmalgeschützten – Gebäuden und Industrie-Anlagen.
Das Areal von Fabrikanlagen (AEG), Verwaltungs- und Wohnbauten entlang der Spree war am Ende des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Industriestandorte Berlins und nach dem 2. Weltkrieg der größte Industriestandort der DDR. Nach der Wende brachen die Betriebe zusammen oder wurden abgebaut. Nur wenige konnten sich mit hochspezialisierten Technologien behaupten. Noch heute stehen weite Teile der Industriebauten leer.
Der Stadtplatz am Kaisersteg wurde 2005/2007 von Architekten (im Rahmen eines Gutachterverfahrens) gestaltet: Daraus wurde ein leerer, unfreundlicher, gepflasterter oder betonierter Platz, auf den der Architekt als Kunstwerk ein lebenslanges Urheberrecht besitzt.

Der Platz besteht aus 3 Abschnitten:

1. dem viereckigen Hauptplatz, auf dem sich an einer Seite ein Gras-Streifen mit unbequemen Bänken befindet sowie wenige kleine Bäume. Der gesamte Platz besteht fast ausschließlich aus einer großen grauen Stein-Fläche, an der einen Seite befindet sich ein Weg, der zur der Brückenauffahrt führt. Dieser Weg ist sehr gefährlich ist, weil Fußgänger, vor allem kleine Kinder, Rollstuhlfahrer und Kinderwägen von schnell fahrenden Fahrradfahrern aus beiden Richtungen bedroht sind.

2. der langgezogenen Kran-Bahn-Fläche

3. einer dreieckigen Wiesenfläche

Zustand des Platzes

Der Platz ist verwahrlost, überall wächst Unkraut zwischen den Steinen, ständig muss man mit Glassplittern und zerbrochenen Flaschen rechnen. Meistens ist der Platz menschenleer, belebt nur als Durchgangsweg zur Brücke, die in den Ortsteil Niederschöneweide und zu einem Kleinkinderspielplatz und einem Bolzplatz auf der anderen Seite der Spree führt. Diesen Platz als „attraktiven Treffpunkt von Oberschöneweide“ zu bezeichnen – wie Vertreter des Senats diesen Zustand zu rechtfertigen versuchen – ist ein Witz.

Altlasten

Wir gehen – vorläufig bis zu einer weiteren Klärung – davon aus, dass die gesamte Versiegelung des Platzes notwendig war und ist, weil sich im Untergrund eventuell noch „altlastenbehaftetes“ Material aus den alten Industrie-Anlagen befinden könnte.
In der Antwort auf die Senats-Anfrage von Frau Gennburg wurde nur sehr allgemein formuliert: „Aufgrund der hohen Umweltbelastung wurden Altlasten beseitigt.“
Ansonsten wird als Begründung für die „festen Flächen“ angegeben, dass man einen „überregionalen Kulturstandort“ geplant habe und „mit einem regen Besucherverkehr“ rechnete. „Auch sollte der Platz als Ausstellungsfläche geeignet sein, um darauf Stadtteilfeste und andere Veranstaltungen durchführen zu können.“

Seitdem sind über 10 Jahre vergangen und es gibt weder einen regen Besucherverkehr, noch Ausstellungen, noch Veranstaltungen irgendwelcher Art. Die Funktion des Platzes in der ursprünglichen Planung wurde also bis heute nicht realisiert!

Unsere Vorschläge für diesen Platz berücksichtigen zunächst eine Notwendigkeit der Flächen-Versiegelung aus Umweltgründen und enthalten daher keine Komponenten, die voraussetzen würden, die Steinflächen aufzubrechen.

Hier geht es zu den Ideen für eine Neugestaltung des Platzes