Politischer Marktplatz – zur Revitalisierung der Demokratie

Die Qualität einer Demokratie erkennt man an der Qualität ihrer politischen Plätze. Es müsste in jeder Kommune einen kleinen Platz geben, einen zentralen Ort, wo alle Bürgerinnen und Bürger und die Kinder sich treffen können, willkommen sind und respektiert werden.

Der Marktplatz war ursprünglich der zentrale Ort jeden Dorfes und jeder Stadt, an dem Menschen sich getroffen, Nachrichten ausgetauscht, Handel getrieben, miteinander palavert, gestritten und Feste gefeiert haben. Im alten Athen war es der Stadtplatz, die Agora, wo die Ur-Demokratie gegründet und die Volksversammlungen abgehalten wurden; im Mittelalter siedelten sich die Menschen um den zentralen Marktplatz an, der an dem Schnittpunkt von Handelsstraßen entstand und so zum Mittelpunkt der Stadt wurde; in Italien gibt es heute noch die Piazza als lebendiges Zentrum.

Wir verstehen unsere Initiative als Projekt zur Wiederbelebung der Demokratie. Es bleibt bei dem alten Motto: Global denken und regional handeln.

In Berlin-Oberschöneweide gibt es einen Platz, der den Erfordernissen eines zentralen Platzes durchaus entspräche. Er liegt am Ufer der Spree, ist weiträumig und verbindet die beiden Ortsteile Nieder- und Oberschöneweide durch eine belebte Fußgängerbrücke.

Doch die Realität ist bedrückend. Die Kommune ließ den Platz zum trostlosen Durchgangsterrain verkommen: eine abstoßende graue Fläche, ohne  schattige Bäume, übersät von Glassplittern und Hundekot.

Was noch schlimmer ist: dieser kommunale Platz unterliegt dem Urheberrecht jenes Architekten, der den Platz „künstlerisch“ entwarf. Ohne dessen Genehmigung darf kein Deut geändert werden.

Diesen Zustand wollen wir nicht hinnehmen und fordern mit unserer Bürgerinitiative eine Überprüfung des Urheberrechts und eine Umgestaltung des Platzes.